Aktuelles bei WORTFOLIO: Die WORTFOLIO Jahrestagung 2015

Ich kenne so viele Menschen, die ich gut finde. Und so viele, die ich richtig gut finde. Von denen ich glaube, dass sie Ideen haben, dass sie etwas zu sagen haben; dass ihre Gedanken andere Menschen weiterbringen können. Und ich kenne so viele Menschen, die ich schlicht mag. Die Schnittmenge zwischen den beiden Gruppen ist naturgemäß ziemlich groß.

Da liegt es nahe, diese Menschen zusammenbringen zu wollen. Und so ganz nebenbei viele Menschen mal wieder zu sehen, die ich sonst eher selten sehe. Das war der eine Ausgangspunkt. Ein Gedanke, der schon lange in mir arbeitet.


Der andere Ausgangspunkt waren zwei Ausgangspunkte. Zwei Erlebnisse.

–Vor vielen, vielen Jahren, als ich noch zur Schule ging, mussten wir vor der versammelten Stufe ein Referat halten. Thema selbst gewählt, keine Vorgabe. Ein Schulfreund berichtete in seinem Referat von dem Flugzeugmotor, den er zusammen mit seinem Vater und – glaube ich jedenfalls – auch einem oder mehreren seiner Geschwister zusammen entwickelte. Naturgemäß ging es in dem Referat also um Brennkammern und seltsame physikalische Prozesse. Die ich nicht verstand. Gar nicht. Ich war nämlich schlecht in Physik. Der Punkt ist: Nach dem Referat schämte ich mich meiner Ahnungslosigkeit. Ich hatte nämlich einen kurzen Blick darauf erhascht, wie spannend Physik sein kann. Das, was kein Physiklehrer je vermocht hatte, erreichte besagter Mitschüler in einer knappen Dreiviertelstunde. Nicht durch den Inhalt seines Referats. Sondern durch seine Begeisterung für seinen Gegenstand. Durch seine feucht glänzenden Augen (ich übertreibe ein wenig). Durch die Tatsache, dass er sich offenbar nicht vorstellen konnte oder mochte, dass irgendjemand nicht an diesem Thema interessiert sein könne.


Das zweite Erlebnis ist gar nicht so lange her. 2014 war’s als ich zusammen mit zwei geschätzten Kollegen – Florian Winhart und Sascha Weigel – eine interne Arbeitstagung veranstaltete. Es sollte um zukünftige Zusammenarbeit, Ideen und Projekte gehen. Und so ganz nebenbei hatte jemand – ich glaube Florian war’s – die Idee. Wir sollten doch die Zeit auch damit nutzen, einander über Dinge zu erzählen, die uns gerade interessierten. Jeder sollte 20 Minuten bekommen und durfte damit machen, was er mochte. Keine Vorgabe, Nur langweilig sollte es nicht sein. Von der Tagung weiß ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, nicht mehr allzu viel. Von den Beiträgen in diesem Rahmen jedoch – ungefähr alles. Ich schrieb mit wie ein Bekloppter. Und wieder ging es weniger um die Inhalte als vielmehr um die Tatsache, dass da zwei Menschen ganz offenkundig wirklich, wirklich interessiert waren an dem, was sie berichteten.


Wenn ich dies alles so zusammen nehme, kommt dabei die Idee der WORTFOLIO Jahrestagung heraus: Versammle Menschen, die Du magst und gut findest, an einem Ort und gib ihnen die Vorgabe irgendetwas zu erzählen, das sie gerade spannend finden. Erstelle eine nachvollziehbare Agenda dafür. Sorge für einen schönen Rahmen, gutes Essen. Und das war’s. Alles andere ergibt sich.

Und weil es (a) gut ist klein anzufangen und lieber im gehen zu lernen; (b) ohnehin vernünftig ist, für ein solches Format nicht gleich 50 Menschen zusammenzuholen; und (c) eher schwierig ist, Menschen, die über die Republik verstreut sind, jede Menge Arbeit und auch noch Familie haben, terminlich unter einen Hut zu bringen – aus all diesen Gründen habe ich erst einmal ein paar wenige angesprochen, von denen alle die Idee spannend fanden und immerhin über die Hälfte sich sogar auf einen gemeinsamen Termin verständigen konnte.

Und so werden sich am 23.Oktober 2015 mit mir zusammen 12 Menschen im Blauen Reiter in Karlsruhe-Durlach versammeln und mal schauen, ob meine Idee Hand und Fuß hat oder eher bescheuert ist. Ich glaube fest an Letzteres und werde davon berichten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen WORTFOLIO-Jahrestagung:

Axel Ebert, Psychologe und Identitäter

Anne Nüsse, Psychologin und HR-Expertin in einem Versicherungskonzern

Armin Möwes, Psychologe und Mann-der-Tiki-Taka-kann

Barbara Hohenadl, Fotografin und Feldenkrais-Lehrerin

Christin Nierlich, Beraterin und zertifizierte Transaktionsanalytikerin

Hildegard Strothjohann, Personal- und Organisationsentwicklerin in einem Versicherungskonzern; Beraterin

Klaus Dehner, promovierter Sinologe und Unternehmensberater

Mike Frey, Chordirigent in München

Oliver Hübner, Psychologe und Helix-Entwickler

Rolf Leibbrand, psychologischer Psychotherapeut in Dresden

Simon Werdelis, Schauspieler am Residenztheater in München

 

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